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PRESSEGESPRÄCH auf der Bertholdsburg

20.02.2019

Pressegespräch vom 19. Februar 2019

 

Es ist eine gut gepflegte Tradition, dass der Landkreis Hildburghausen und das Naturhistorische Museum Pressevertreter zu Beginn eines jeden Jahres in den Bibliothekserker einlädt, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und Ausblicke auf aktuelle Vorhaben zu geben.

Am 19.02. war es wieder soweit: Gemeinsam mit der Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten Frau Dr. Doris Fischer und der Baureferentin Frau Carola Niklas stellten sich Landrat Thomas Müller, Personalamtsleiterin Frau Anne Lautensack, Museumsdirektor Dr. Werneburg und Historiker Dr. Witowski den Fragen der Pressevertreter.

Dabei gab es zahlreiche Neuigkeiten zu verkünden: Die Sanierung der Nordmauer, die aufgrund von Nässe Sicherungsmaßnahmen dringend erforderlich machte, schreitet weiter voran und wir voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen sein, sodass auch der Kran abgebaut werden kann.

Bedauerlicherweise scheint ein Umbau des seit Langem ungenutzten Südflügels als Museumsdepot nicht realisierbar. Nach Aussage von Frau Dr. Fischer sei die Statik des Gebäudes nicht geeignet, um die Sammlungsbestände des NHMS aufzunehmen. Damit ist die seit zwei Jahren vorliegende Konzeption des Museums zur Nutzung des Südflügels als Depot hinfällig. Stiftung, Landkreis und Museum werden nun gemeinsam nach einer externen Depotlösung suchen. Man ist sich einig, dass diese Lösung nicht lange auf sich warten lassen kann, da eine sachgerechte Unterbringung der Sammlungen des NHMS Grundvoraussetzung für die Museumsarbeit und die Erhaltung der wertvollen Kulturgüter ist.

Grünes Licht gab es bei der Neugestaltung der regionalgeschichtlichen Dauerausstellung im Nord- und Westflügel der Bertholdsburg! Die Stiftung hat ihre Bereitschaft zu den dafür notwendigen Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen erklärt. Die konkreten Planungen sollen noch in diesem Jahr erfolgen. Damit ist der Weg geebnet, um auch den für das Museum wichtigen Ausstellungsbereich zur Geschichte des Henneberger Landes und der Stadt Schleusingen auf die Höhe der Zeit zu bringen.

Neben den richtungsweisenden Erklärungen zu baulichen Maßnahmen konnte das NHMS auf eine Steigerung seiner Besucherzahlen zurückblicken: Gegenüber dem Jahr 2017 stiegen die Besucherzahlen 2018 um 1.600 Personen: 2018 konnte das NHMS 19.585 große und kleiner Besucher willkommen heißen.

In den Sammlungen des Museums wird weiter fleißig inventarisiert. Schwerpunkte sind dabei der Altbestand der Hennebergischen Gymnasialbibliothek und die Mineralogische Sammlung.

Zu den musealen Neuerwerbungen gehören eine vollständige, geharnischte Bekleidung mit Schild wie sie wohl der Henneberger Graf Poppo VII. getragen haben mag, ein ersteigerter Goldgulden Bertholds von Henneberg (von 1501), ein präparierter Wolf, zwei Walwirbel und viele farbige Minerale, die in der kommenden Sonderausstellung „Azurblau und Smaragdgrün – MINERALE und Ihre Farben“ zu sehen sein werden.

Die Ausgrabung in den 295 Mio. Jahre alten Rotliegend-Schichten von Tabarz war 2018 sehr erfolgreich: Neben etwa 200 Skeletten der molchartigen Branchiosaurier wurde auch das Skelett eines knapp ein Meter langen Urlurchs gefunden. Schon 2016 hatten wir ein ähnlich großes Saurierskelett gefunden, das 2018 nun fertig präpariert wurde. Es handelt sich bei beiden Skeletten um eine völlig neue Saurier-Art, die auch am Museum wissenschaftlich bearbeitet wird.

Die Museumszeitschrift Semana, Band 33 mit neuen naturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen aus Thüringen wurde mit Unterstützung des Landes Thüringen herausgegeben.

Das in 2018 neu eingeführte Kombiticket „NaturKulturGeschichte“ von Hennebergischem Museum Kloster Veßra und NHMS erfreut sich steigender Beliebtheit und wird an den Museumskassen gut verkauft.

Das Museum und sein Förderverein haben 24 Kulturveranstaltungen organisiert. Besonders viel Anklang fanden wie immer das Mittelalterspektakel, das Irish Folk-Konzert und die Museumsnacht. Aber auch die Schottland-Vorträge mit Piper-Band und das DinoFest im Burghof wurden sehr gut angenommen.

 

Foto: Südflügel: Kein Depot, aber hoffentlich bald Teil der regionalgeschichtlichen Ausstellung