PUBLIKATIONEN
Veröffentlichungen
des
Naturhistorischen Museums Schleusingen
Periodicum mit biologischen und geologischen Beiträgen zur
Naturgeschichte Thüringens
(ISSN 0863-6338)
Band 7/8, 1993 (161 Seiten, Preis: 6 €, vergriffen)
Dieses Heft enthält folgende Beiträge:
REIN,
S.:
Eine Platte mit Kauapparaten der Germanischen Ceratiten (S. 3-8)
Zusammenfassung:
Prof. em. Dr.
G. Roselt (Ilmenau) stiftete 1992 dem Naturhistorischen Museum
Schleusingen
eine Fossilplatte aus der Sammlung Compter. Sie wurde bereits um 1890
bei
Apolda in den Grenzschichten des oberen Muschelkalks gefunden. Die sehr
gut
erhaltenen „problematischen Strukturen“ werden als
Ceratiten-Unterkiefer
gedeutet und beschrieben.
Summary:
In 1992 Prof.
em. Dr.
G.
Roselt from Ilmenau donated a slab containing fossils to the
Schleusingen
Museum of Natural History. Originally it was kept in the Compter
Collection.
The slab was found as around 1890 near Apolda in the
“Grenzschichten” of the Upper
Muschelkalk.
The
extraordinarily well preserved (fossil) structures of uncertain
affinity are
interpretad and described as lower jaw apparati of Ceratites
REIN,
S.:
Juvenile Ceratiten aus dem Hauptmuschelkalk (Anis-Ladin,
Mittel-Trias) (S. 9-16)
Zusammenfassung
Juvenile Ceratiten
gelten im Hauptmuschelkalk als sehr
selten. Die Bedingungen für ihre Fossilisation werden aus
taphonomischer und ökologischer
Sicht diskutiert und morphologische Besonderheiten unter
phylogenetischem
Aspekt betrachtet.
Summary
In the Upper Muschelkalk (Anis-Ladin, Middle-Triassic)
juvenile forms of Ceratites
are regarded as being extremely rare. The
conditions for their fossilization are discussed under the aspects of
their
taphonomy and palaeoecology. Particular features in their morphology
are described
under their phylognetic aspects.
WERNEBURG,
R.:
Trematosaurus
(Amphibia) aus dem Mittleren Buntsandstein
(Untertrias) von Thüringen (S. 17-31)
Zusammenfassung
Aus dem Mittleren Buntsandstein von Vacha
(Südwestthüringen)
wir die neue Art Trematosaurus
thuringiensis n. sp. beschrieben. Charakteristisch sind die sehr
schmale
Schnauze, die dicht beieinander liegenden Orbitae, das dorsomedial
verbreiterte
Jugale, das sehr schmale Postorbitale sowie einige Besonderheiten im
Verlauf
der Sinneslinienfurchen. Aus dem Mittleren Buntsandstein von Altendorf
bei
Kahla (Ostsüdthüringen) ist Trematosaurus
brauni (= Tr.
„fuchsi“) bekannt.
Summary
The new
species Trematosaurus thuringiensis n. sp.
is described from the Middle Bunter (Lower Triassic) of Vacha
(Southwest Thuringian).
Characteristically are the very narrow snout, the narrow intraorbital
region,
the dorsomedial expanded jugal, the very narrow postorbital and some
interesting features in the pattern of the lateral line grooves. Trematosaurus brauni (= Tr. “fuchsi”)
is also known from East
Thuringian, the Middle Bunter of Altendorf near Kahla.
SCHNEIDER,
J. & WERNEBURG, R.:
Neue Spiloblattinidae (Insecta, Blattodea)
aus
dem Oberkarbon und Unterperm von Mitteleuropa sowie die
Biostratigraphie des Rotliegend (S. 31-52)
Zusammenfassung
Aus dem Rotliegend der Saale- und Saar-Senke sowie der
Boskovice Furche werden neue Spiloblattinidae beschrieben (Insecta,
Blattodea).
Das bisherge taxonomische Konzept dieser Familie sowie die von Schneider (1982) und Schneider, Walter und Werneburg
(1988) vorgestellte Insekten-Zonierung für das kontinentale
Oberkarbon und
Unterperm werden präzisiert bzw. komplettiert. Es zeigt sich, dass
morphogenetische bzw. phylogenetische Reihen die größte
Aussagesicherheit
liefern, auch wenn sie aus Teilreihen bzw. aus Einzelfunden
zusammengesetzt
werden müssen, die aus regional unterschiedlichen Teilprofilen
stammen. Der
Bezug auf ein oder mehrere, mit Fossilienfunden möglichst dicht
belegte
Leitprofile ist dabei unverzichtbar.
Summary
From the
Rotliegend of the Saale- and Saar-basins new Spiloblattinidae (Insecta,
Blattodea) are described. Both the hitherto existing taxonomic concept
and the
insect zonation of the continental Upper Carboniferous and the Lower
Permian as
presented by Schneider
(1982) and Schneider et
al. (1988) are improved and
completed. It shows that morphogenetic respectively phylogenetic
lineages
provide the greatest reliability, even if they are to be composed from
regionally different sections. Reference to one or several, densely fossiliferous guide sections is
absolutely necessary.
BARTHEL,
M. & RÖSSLER, R.:
Seismite aus dem Rotliegend des
Thüringer Waldes - Sedimentation und Fossilführung
der
Tonsteine der Oberen Gehren-Formation (S. 53-64)
Zusammenfassung
Aus den Sammlungen Otto Gimm und Henry Fischer wurden
Sedimente der „Unteren Tonsteine“ der Gehren –
Formation vom Lindenberg bei
Ilmenau untersucht. Feingeschichtete Tuffite bestehen aus gradierten
Abfolgen,
die erosiv mit feinsandiger Fraktion einsetzen und in dunklen
schluffig- tonigen
Laminen mit zahlreichen Lapilli enden. Stellenweise zeigen die Gesteine
sowie
darin eingeschlossene Pflanzenfossilien vielgestaltige Verformungen.
Diese
Strukturformen werden als Seismite gedeutet. Die Planzenfossilien
bestehen
überwiegend aus kleinen Fragmenten meso- bis xerophiler
Vegetationselemente.
Die floristische Zusammensetzung belegt Rotliegend-Alter.
Summary
The investigated
sediments of the „
Lower
Claystones“
belong to several outcrops in the Gehren-Formation at the Lindenberg
near Ilmenau. The samples are from the collections of Otto Gimm and
Henry
Fischer. Thin bedded tuffites represent gradiated fining
upward-sequences
starting above an erosive base of fine-grained sand and grade into dark
silty-clayed laminae with numerous lapilli. Locally the rocks as well
as
inclosed plant fossil remains show deformational features interpreted
as seismites.
Meso- to xerophile vegetational elements occurring as small fragments
represent
the majority of the plant fossil assemblage. The floristic content
evidences
Rotliegend-age.
BIEWALD,
W.:
Die geologischen Naturdenkmale an der Hauptbaustraße
Goldisthal (Thüringer Schiefergebirge) (S. 65-74)
Zusammenfassung
Im Thüringischen Schiefergebirge soll bei
Goldisthal ein
Pumpspeicherwerk errichtet werden. Deshalb wurde eine 9,6 km lange
Umgehungsstraße (Hauptbaustraße) angelegt. Ihr
Felsanschnitt schließt die
Schichtenfolge vom Proterozoikum (Obere Katzhütter Schichten)
über das gesamte
Kambrium (Goldisthaler Serie) bis ins tiefere OrdoIvizium
lückenlos
auf. Hier
wurden folgende Geologische Naturdenkmale unter Schutz gestellt:
GND 1 Rotseifenbergsporn
- Nachweis des Fehlens der assyntischen Diskordanz
- Typuslokalität der Goldisthaler Serie
-
Bergzergleitungsflächen
GND 2 Rotseifenberg-Melaphyr
GND 3 Neuhammer-Aufschiebung
Summary
During the
construction of a pump storage station near Goldisthal within the
Thüringer
Schiefergebirge a new road was built, stretching over a distance
of 9,6 km. It exposes a complete sequence
of
Proterozoic (Obere Katzhütte Schichten), Cambrian (Goldisthaler
Serie) and
Lower Ordovician sediments:
GND 1
Rotseifenbergsporn
-
proofs
the lack of an assyntian unconformity
- type
locality of the Goldisthaler Serie
-
exposes
gravity controlled sliding surfaces
GND 2
Rotseifenberg-melaphyre
GND 3
Neuhammer-exposure of an upthrust
RÖSCHMANN,
F. & MOHRIG, W.:
Beiträge zur Kenntnis fossiler
Trauermücken (Diptera, Sciaridae) aus dem Sächsischen
Bernstein, Teil 1 - Erster fossiler Nachweis der Gattung Epidapus
HALIDAY(S. 77-82)
Zusammfassung
Die neue Art Epidapus
palaeogracilis sp. nov. aus dem Sächsischen Bernstein ist der
erste
fossile Nachweis der Gattung Epidapus Haliday. Die
Autoren geben eine
Beschreibung der neuen Art, zeigen Abbildungen und Photos, diskutieren
die
rezente Verbreitung der Gattung Epidapus Hal. und
erklären die
Charakteristika von E. palaeogracilis
sp. nov. als Bestandteil der Untergattung Epidapus
s. str.. Die neue fossile Art ist nahe verwandt mit den rezenten Arten E. atomarius (Degeer),
E. schillei
(Börner) und E. gracilis (Winn.).
Summary
The new
species Epidapus palaeogracilis spec.
nov. of the Saxon amber is the first
fossil proof of the genus Epidapus Haliday. The authors give a
description
of the new species, show illustrations and photos, discuss the recent
distribution of the genus Epidapus Hal. and explain the
characters of E. palaeogracilis spec. nov. as a part
of the subgenus Epidapus s. str.. The
new fossil species is nearly related to the recent species E.
atomarius (Degeer),
E. schillei (Börner)
and E.
gracilis (Winn.).
FISCHER,
J.:
Zur Kenntnis der Heuschrecken (Saltatoria) von Meiningen und
Umgebung
(S. 83-94)
Zusammenfassung
Im vorliegenden Beitrag werden die Beobachtungen im
Zeitraum
von ca. 30 Jahren, im wesentlichen für das Gebiet des Kreises
Meiningen,
dargestellt. Interessante Funde aus anderen Kreisen wurden
berücksichtigt.
Während in der Zeit vor 1988 fast ausschließlich nur
gelegentlich bzw. zufällige
Beobachtungen notiert wurden,
werden überprüfte Vorkommen von 22 Arten (eigene
Beobachtungen) sowie das der
wieder entdeckten Art Polysarcus
denticauda Köhler
(1991) von
den Langfühlerschrecken Ensifera kommentiert.
Von diesen 23 Arten sind im Gebiet
bereits ausgestorben bzw.
verschollen:
- Conocephalus discolor
-
Gryllus campestris
Dazu zählt auch das einzige mir
bekannte Auftreten der
eingeschleppten, aus Asien stammenden Tachycines
asynamorus
Weiter - 9
Arten sind
vom aussterben bedroht, 6 Arten
sind stark gefährdet,1 Art
ist gefährdet, 4 Arten
sind nicht gefährdet.
CONRAD,
R.:
Bemerkung zur Erfassung einiger Pilzkäferarten in
Thüringen, Teil II (S. 95-102)
Zusammenfassung
In dieser Veröffentlichung werden zwei weitere
wichtige
Pilzkäferarten vorgestellt. Während Diaperis
boleti eine in Thüringen zerstreut vorkommende Art ist,
gehört Triphyllus bicolor zu den seltenen und
gefährdeten Arten in Thüringen. Als dritte Art wurde Aspidiphorus orbiculatus ausgewählt, deren
Fortpflanzung sich
wahrscheinlich nur in Schleimpilzen (Myxomycetes) vollzieht, die also
kein
echter Pilzkäfer ist.
Summary
In this
article two other important fungicolous species are introduced. In
Thuringian Diaperis boleti is a quite dispersed
species, but Triphyllus bicolor is
rare and endangered in that county. Further on the author deals with a
third
species Aspidiphorus orbiculatus,
which probably reproducts only in slime mulds (Myxomycetes) and which
hens
isn’t a real fungicolous species.
FISCHER,
J.:
Kritische Anmerkungen zur Lebensweise der Knoblauchkröte (Pelobates
fuscus fuscus) und der
Wechselkröte (Bufo
viridis viridis)
im Werratal bei Bad Salzungen und Meiningen (S. 103-112)
Zusammenfassung
Die in Südthüringen im Gebiet der Werraaue,
im wesentlichen
seit 1980 bekannten Vorkommen von Pelobates
fuscus fuscus sowie Bufo viridis
viridis (seit 1988 bekannt) werden dargstellt. Es werden
autochthone und
nicht autochthone (letztere nachweislich durch Verschleppung mit
Fischbrut)
angesiedelte Vorkommen kommentiert sowie lokale
Gefährdungskomplexe
aufgezeigt, wobei die Entwicklung der Populationen unter dem Aspekt des
Verschleppungseffektes weiter zu verfolgen ist. Die Vorkommen von Pelobates f. fuscus im Gebiet der
Salzunger Werraaue gelten als autochthon, die im Teichgebiet
Untermaßfeld
(südlich von Meiningen) ermittelten sowie die von Bufo
v. viridis sind eine Folge unbeabsichtigter Verschleppung mit
Jungkarpfen. Mögliche (und ein tatsächlicher) Ursprungsort
(e) werden
aufgezeigt.
MEYER,
E.:
Fortpflanzung und Brutpflegeverhalten von Dendrobates
granuliferus aus Costa Rica
(Amphibia: Dendrobatidae) (S. 113-142)
Zusammenfassung
Anhand von Freilandbeobachtungen (in Costa Rica) und
Laboruntersuchungen an der Universität Ulm wurde das gesamte
Fortpflanzungs-
und Brutverhalten von D. granuliferus
erfasst und beschrieben. Es wurde
gezeigt, dass D. granuliferus
ein sehr begrenztes Verbreitungsgebiet
besitzt
und sehr spezifische Ansprüche an seinen Lebensraum stellt.
Außerhalb des
geschlossenen Regenwaldes und abseits von schnell fließenden
Bächen fehlt die
Art D. granuliferus
ist wegen der starken anthropogenen Einflüsse im
Untersuchungsgebiet eine der gefährdeten
Amphibienarten Costa Ricas. Männchen können mehrere Gelege
gleichzeitig
versorgen, die offensichtlich alle von einem Weibchen stammen.
Tägliches
Bewässern durch das Männchen mit Wasser aus der Harnblase
wurde beobachtet. Die
Weibchen produzieren so lange frische Gelege mit nur wenigen Eiern, bis
eines
geschlüpft ist und die Larven transportiert und versorgt werden.
Weitere Eier
werden zum Füttern der Larven verwand. Die geschlüpften
Larven werden vom
Weibchen auf dem Rücken zu Dieffenbachien getragen, wo sie in den
wassergefüllten Blattbasen mit unbefruchteten Eiern
gefüttert werden. Das
Aufschlängeln der Larven auf den Rücken des Weibchens dauert
nur wenige
Sekunden. Dem Füttern der Larven durch das Weibchen geht ein
kompliziertes
Schwimmverhalten der Larve voraus, das stark dem Balzverhalten des
Männchens
ähnelt. Die Entwicklungsdauer der Larven ist unter
natürlichen Bedingungen sehr
kurz. Unter künstlichen Aufzuchtsbedingungen mit Hühnereigelb
verlängert sich
die Entwicklungszeit beträchtlich. Einige Larven traten erst durch
Zugabe von
Thyroxin in die Metamorphose ein. Elekronenmikroskopische Aufnahmen
zeigen
eine
Anpassung an die spezialisierte Ernährung der Larve durch
Verstärkung der
Hornkiefer und eine Reduktion der
Lippenzähnchen, die bei den einzelnen Arten unterschiedlich ist.
Ursprung und
Funktion der an der Schwanzbasis und anderen Körperstellen der
Larven
entdeckten, wenigen und langen Auswüchse der Epidermis konnten
nicht aufgeklärt
werden. Ein Vergleich ethologischer und bioakustischer Parameter von D. granuliferus mit anderen Arten der D.
histrionicus-Gruppe zeigt viele Gemeinsamkeiten, aber auch
Besonderheiten. Die
ausgesprochen langen Einzellaute des Revierfernlautes und
Nahbereichswerberufes von D. granuliferus
sind ein deutliches Unterscheidungsmerkmal gegenüber
allen anderen
Arten der
Gruppe.
ULOTH,
W.:
Zum Vorkommen des Rebhuhns (Perdix
perdix) in
Südthüringen (S.143-146)
Kurze
Beiträge:
WERNEBURG,
R.:
Ein Schädelrest von Eoscopus
lockardi DALY (Amphibia:
Disorophoidea.) aus dem Oberkarbon von Kansas (S. 147-149)
WERNEBURG,
R.:
Zwei gefälschte Bernsteininclusen mit Fröschen
aus der
LINCK`schen Naturaliensammlung von Waldenburg (18. Jahrhundert) (S.
149-150)
FISCHER,
J. A. & MEHM, A.:
Verschleppte "Himmelskrebse"? (S. 150-152)
FISCHER,
J. A.:
Gomphus vulgatissimus
(LINNÈ 1758, Odonata) in
der Rhön nachgewiesen! (S. 152)
FISCHER,
J. A.:
"TT" - der Transistor Triturus
(S. 153)
HARTLEY,
S.:
Eine Methode zur Verbesserung der Vermehrung von Triturus
montandoni (BOULENGER 1880) (S.
153-155)
HERRMANN,
H.-J.:
Abwehrverhalten bei Triturus
montandoni (BOULENGER 1880)
(S. 155)
HERRMANN,H.-J.:
Einige Bemerkungen zur Bioakustik der Grünkröten des Bufo
viridis-Komplexes (S. 156-158)
HERRMANN,
H.-J.:
Zur Mikromorphologie der dorsalen Epithelwarzen von Bufo
asper (GRAVENHORST) 1768 (S.
158-159)
WEVERS,
E.:
Freilandbeobachtungen zur Ökologie und Biologie von Anuren
in
Saul, Französisch-Guayana (S. 160-161).
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