PUBLIKATIONEN

Veröffentlichungen des
Naturhistorischen Museums Schleusingen

Periodicum mit biologischen und geologischen Beiträgen zur Naturgeschichte Thüringens

(ISSN 0863-6338)

Band 6, 1991 (112 Seiten, Preis: 4 €)

 
Dieses Heft enthält folgende Beiträge:


CONRAD, R.:
Bemerkungen zur Erfassung einiger Pilzkäferarten in Thüringen (S. 2-8)

Zusammenfassung:
In der vorliegenden Arbeit werden Daten von drei Pilzkäfern veröffentlich, von denen während der Tagung der Thüringer Mykologen vom 21.10. bis 23.10.1988 bei Wasungen Vorkommen ermittelt wurden. Es handelt sich um Lycoperdina bovistae, Pocadius ferrugineus und Orchesia micans. Auf den früher aus Thüringen bekannt gewordenen Käfer Caenocara bovistae wird hingewiesen. Die Verbreitungskarten für Pocadius ferrugineus und Orchesia micans zeigen den derzeitigen Kenntnisstand ihrer Verbreitung in Thüringen. Die Karte für Orchesia micans enthält alle Angaben zum Vorkommen von Inonotus dryadeus und Inonotus rheades.

Summary:
In this article data of three beetles, associated with fungi, are published. These items were founded during the Thuringian conference of mycologists in Wasungen from October, the 21 St. up to October, the 23rd.  in 1988. The beetles are named Lycoperdina bovistae, Pocadius ferrugineus and Orchesia micans. Besides the beetle Caenocara bovistae, which is already known in Thuringia, is mentioned. The dissemination cards of Pocadius ferrugineus and Orchesia micans show the current knowledge about their spreading in Thuringia
. The card of Orchesia micans contains all items about the occurrence of Inonotus dryadeus and Inonotus rheades.



KABISCH, K. & HERRMANN, H.-J.:
Untersuchungen zur Nahrung von Bufo gargarizans CANTOR 1842 in Südsachalin (S. 9-11)

Zusammenfassung
Als Teil einer Feldstudie an Bufo gargarizans aus Südsachalin wurden Nahrungsanalysen durchgeführt. Den Hauptteil der Nahrung stellen Formiciden und Coleopteren.
Diese Ergebnisse entsprechen im westlichen denen von anderen Bufo-Arten beschriebenen Befunden. Neben tierischer Nahrung enthielten die Mägen auch pflanzliche und anorganische Objekte.

Summary
As part of a field study on Bufo gargarizans in South Sakhalin
food analyses were carried out. The most frequent animal groups were Formicidae and also Coleopters. These results correspond with most of closely related bufonids. Vegetable and inorganic compounds of the nutrition are comparized with other published dates.



SAVELEV, S.V., KURANOVA, V.N. & BESOVA, N.V.: Über die innere Befruchtung bei Salamandrella keyserlingii DYBOWSKI 1870 (S. 12-15)

Zusammenfassung
Durch mikrophologische Beobachtungen in den Genitalorganen von Männchen und Weibchen von Salamandrella keyserlingii wird die These einer inneren Befruchtung postuliert. Durch das späte Auffinden im Jahreszyklus von Spermien im Eileiter des Weibchens ergibt sich eine neue Theorie für die Fortpflanzungweise der Art.

Summary
In micromorphological investigations of the genital organs of males and females of Salamanrella keyserlingii is conclused the thesis of an inversal insemination. The late finding of sperm in the oviduct of the female in the annual cycle was the foundation of a new theory for the manting of this species.



HIMSTEDT, W.:
Zur Biologie und Larvenentwicklung der thailändischen Blindwühle Ichthyophis kohtaoensis (Amphibia: Gymnophiona: Ichthyophiidae) ( S. 16-24)

Zusammenfassung
Die Blindwühle Ichthyophis kohtaoensis ist in Thailand von den heißen Tiefebenen bis in das gemäßigte Bergland verbreitet. Eiablage und Brutpflege gleichen der von I. glutinosus. Die Larven leben nicht, wie bisher vermutet, aquatisch. Sie halten sich vielmehr tagsüber außerhalb des Wassers auf. Nur zum nächtlichen Beutefang wird das Wasser aufgesucht. Beute wird nicht optisch, sondern mit Hilfe des Geruchs-, Erschütterungs- und des elektrischen Sinns lokalisiert. Veränderungen während der Metamorphose sind gering und betreffen vor allem die Sinnessysteme. Auch metamorphosierte I. kohtaoensis können amphibisch leben wie die Larven.

Summary
The caecilian Ichthyophis kohtaoensis is widely distributed in Thailand from the hot lowlands to the mountains with temperate climate. Egg deposition and parental care are the same as in I. glutinosus. The larvae do not live aquatic as presumed until now. During daytime they stay, however, outside the water. Larvae enter the water only during the nocturnal search for prey. Prey is localized not by vision but by means of olfactory, vibrational, and electrical senses. Morphological changes during metamorphosis concern mainly the sensory systems. Metamorphosed I. kohtaoensis too may live amphibiously like the larvae.



HERRMANN, H.-J.:
Untersuchungen an der Batrachofauna von Vasilievskoje bei Moskau (S. 25-29)

Zusammenfassung
Von einem am Fluss Moskva gelegenen Gebiet westlich von Moskau werden die Arten T. cristatus, T. vulgaris, Bufo viridis, Rana „esculenta“, R. ridibunda und R. temporaria nachgewiesen. Vorkommen der beiden Grünfroscharten entlang des Ufers der Moskva werden durch eine Laichpopulation eines stehenden Gewässers gespeist und sind durch Verdriftung entstanden. In der Agrarlandschaft isoliert erscheinende Amphibienpopulationen erfahren gelegentlich Genfluß durch migrierende Individuen aus der Umgebung. Eine neue, apart gefärbte Varietät der Nominatform von T. vulgaris wird beschrieben.

Summary
T. cristatus, T. vulgaris, Bufo viridis, Rana „esculenta”. R. ridibunda and R. temporaria were founded in an area nearby the river Moskva 70km westward of Moscow
. The occurance of both species of the green frogs in the bank of the river could be developed by a conveyning from a pond population. In the agricultured landscape isolated amphibian populations may have genetic fluid with migrating specimens from the surroundings. A new, appartly coloured varity of the nominal subspecies of T. vulgaris is described.



SACHER, P.:
Rudimentäre Radnetze bei adulten Männchen der Wespenspinne (Argiope bruennichi). Beiträge zur Biologie und Ökologie von Argiope bruennichi, I.
(S. 30-38)

Zusammenfassung
Bei Freilanduntersuchungen an farbmarkierten Wespenspinnen zeigte sich, dass die Männchen auch noch nach Erreichen der Geschlechtsreife zum Netzbau fähig sind. Die beobachteten kleinen Netze wiesen keine Fanfadenzone, wohl aber Radien und nicht selten auch das für Argiope bruennichi charakteristische Zickzack-Stabiliment auf. Ob dieses rudimentäre Radnetz völlig funktionslos ist, bleibt unklar.

Summary
A free-moving population of Argiope bruennichi was observed in a grass-grown area near Wittenberg/Sachsen Anhalt. The males, marked by acrylic paint built webs by acrylic paint, built webs also after finishing final moult. These webs are rudimentary, but nevertheless typical orb webs.



SCHULTHEISS, T. & SCHARBRODT, T.:
Die permische Klemmscholle am Salzbrunnen in Sonneberg/Thüringen: Lithostratigraphie des Zechsteinanteils (S. 39-52)

Zusammenfassung
Von der Lokalität „Salzbrunnen“ in Sonneberg/Thüringen wird ein Normalprofil des Zechsteins  1 bis 4 vorgestellt. Hier liegt eine räumlich eng begrenzte Klemmscholle vor, die sich in Halbgrabenposition an der Fränkischen Linie (Grundgebirgsgrenze) befindet. Die Fränkische Linie wird im Arbeitsgebiet durch eine NNE – SSW streichende Querstörung verworfen. Erschürfte Sedimente des Zechsteins werden der randpelitischen Faziesentwicklung zugeordnet (Karbonate, sandig – tonig – siltige Mischserien). Anhydrit- und Gipsresiduen deuten auf Sulfatkarst und eine Position des Gebietes im Sulfatsaum des Fränkischen Zechstein – Teilbeckens i. S. Trusheims hin. Die Auslaugung der Zechsteinsulfate wird durch Analysenergebnisse des Wassers der am Salzbrunnen austretenden Quelle belegt. Es bestehen Korrelationsmöglichkeiten des vorliegenden Profils mit Nachbarprofilen der randpelitischen und randsalinarten Faziesentwicklung des Zechsteins 1 – 4 in Südthüringen und Oberfranken.

Summary
A columnar section of Zechstein beds (Upper Permian) is presented from the locality „Salzbrunnen” (Sonneberg, Thuringia). Here occurs a little fault wedge which is embedded in halbgraben-like position along the Franconian Line (Variscan basement boundary fault). In the working area the Franconian Line is displaced by NNE – SSW running thrust fault. Exposed Zechstein sediments belong to the marginal politic facies development (carbonates, mixed series from sand, clay and silt). Residuals from anhydrite and gypsum indicate sulphate karst. The region could have a position in the so called “sulphate fringe” (after Trusheim) of the Franconian Zechstein basin. Water analysis of the Salzbrunnen spring indicate the dissolving of Zechstein sulphates. There are possibilities of correlation with adjacent profiles of Zechstein marginal facies in Southern Thuringia and Upper Franconia
.



LEHMANN, U. & BLANKENBURG, H.-J.:
Sekundäre SiO2 - Mineralisation in einem Amphibol-führenden Olivinnephelinit vom Bilstein/Rhön (S. 53-59)

Zusammenfassung
In den Hohlräumen eines Amphibol-führenden (Olivin-) Nephelinites vom Bilstein bei Lenders/Rhön wurden neben Karbonaten und z. T. nicht näher bestimmbaren Zeolithen weitere sekundäre Mineralbildungen gefunden, deren mikroskopisches Erscheinungsbild auf Chalcedon und Quarzin deutet.
Ein genetischer Zusammenhang mit den häufig auftretenden quarzreichen Xenolithen ist nach dem mikroskopischen Befund unwahrscheinlich. Voraussetzung für eine effektive Freisetzung und Abscheidung von sekundärem SiO2 waren ein relativ hoher H2O-Gehalt des Magmas (u. a. durch das Auftreten von ca. 4 Vol.-% Amphibol dokumentiert) und im Verlaufe der Verwitterung einwirkende vadose Wässer. Die Bildung von SiO2 erfolgte wahrscheinlich im wesentlichen durch Umwandlung der zumindest normativ im Basaltoid auftretenden Feldspäte im montmorillonitisch/nontronistische Tonminerale.

Summary
In the cavities of an amphibole bearing olivine-nephelinite from the Bilstein at Lenders/Rhön beside carbonates and zeolithes were found further secondary minerals. Their microscopic features they determine as chalcedone and quartzin. A genetic connection with occurring quartz-rich xenoliths is unlikely. Supposition for effective releasing und fixation of secondary SiO2 were firstly a relative high H2O-content of the magma (documented by the presence of about 4 Vol.-% amphibole) and secondly during weathering operating vadose waters.
Formation of free SiO2 took place mainly by transformation of normative in glassy matrix appearing feldspars into montmorillonitic/nontronitic clay minerals.



FREYER, G. & WIEFEL, H:
Ein Brachiopodenfund aus der Frauenbach-Wechsellagerung des Schwarzburger Sattels (S. 60-62)

Zusammenfassung
Ein Neufund des inarticulaten Brachiopoden Leptembolon sp. aus dem höheren Teil der Frauenbach-Wechsellagerung (Ordovizium) von Goldisthal wird vorgestellt. Das Vorkommen von Leptembolon spricht für höheres Tremadoc-Alter der Fundschicht.

Summary
A new find of the intarculated  brachiopod Leptembolon sp. from the higher part of the Frauenbachchanging stratification (Ordovician) from Goldisthal. Thuringian is represented. The occurrence of Leptembolon indicates higher Tremadoc age of the finding horizon.



REIN, S.:
Über Ceratiten mit asymmetrischem Phragmokon (S. 63-69)

Zusammenfassung
Die Ontogenie der Ceratiten mit asymmetrisch in die Conothek eingebauten Septen wurde trotz des in Lage, Form und Volumen z.T. erheblich missgestalteten Weichkörpers mit seinen inneren Organen nicht negativ beeinflusst. Offenbar waren Gleichgewichtssinn und hydrostatischer Apparat selektiv von geringer Bedeutung.
Dies wäre ein weiterer Hinweis auf eine optimal angepasste bodenbezogene Lebensweise.

Summary
The ontogenesis individual development of ceratites whose septs were built in the conotheque asymmetrically was not influenced in a negative way despite of an serious deformation of the body with its insides concerning place, from a volume.
It seems as if the sense of balance and the hydrostatic apparatus were of low importance for the process of selection.
This fact would be a new indication to a way of living that was optimally adapted to life on ground.



SINGER, V.:
Germanonautilus
aus dem Muschelkalk Thüringens und des Subherzyns (S. 70-74)

Zusammenfassung
Fundmaterial von Germanonautilus aus Thüringen und dem Subherzyn wirft die Frage auf, ob die enge artliche Neufassung von Mundlos u. Urlichs (1984) allgemeingültig ist. Zumindest erscheinen die Formen des östlichen Germanischen Beckens weniger skulptiert. Ein beknoteter G. dolomiticus von Göschwitz bei Jena mit Schalenpseudomorphose erweitert die Germanonautilus-Gehäuserekonstruktion. Auftretende Längsfurchung stellt möglicherweise die Beziehung zu Vorläuferformen her. Zur Aufklärung vor allem biostratonomischer Probleme und der stratigraphischen Reichweite werden alle Interessenten zu sorgfältiger Registrierung der Funde sowie zum Erfahrungsaustausch aufgefordert. 

Summary
Discovered material of Germanonautilus from Thuringian and the Subhercyn raises the question if the narrow new species classification by Mundlos and Urlichs (1984) is generally valid. At German basin seem less sculptured.
A nodose G. dolomiticus with shell pseudomorphism from Göschwitz near
Jena enlarges the reconstruction of the conch. May be the occurring longitudinal furrowing is related to precursor forms.
To solve first of all biostratonomic problems and the stratigraphic distribution all interested persons are asked to register the discoveries carefully and to exchange the experiences.



WERNEBURG, R.:
Die Branchiosaurier aus dem Unterrotliegend des Döhlener Beckens bei Dresden (S. 75-99).

Zusammenfassung
Aus der berühmten Tetrapodenfauna der Niederhäslich-Schweinsdorf-Formation (Unterrotliegend, Unterperm) des Döhlener Beckens werden die beiden Branchiosaurier ausführlich beschrieben. Melanerpeton gracile gracile ist besonders interessant durch die vorhandenen metamorphisierten Individuen. Branchierpeton amblystomus zeigt viele neue morphologische Details und bildet das vermutliche Endglied einer Chronoreihe.

Summary
Both branchiosaurs of the famous tetrapod fauna from the Niederhäslich-Schweinsdorf-Formation ( Lower Rotliegend
, Lower Permian) of the Döhlen Basin/East Germany will be comprehensive described. Melanerpeton gracile gracile is especially interesting because of the documented metamorphic specimens. Branchierpeton amblystomus shows us many new morphological details and is the probably last member of a chronorow.



Kurze Beiträge:

WERNEBURG, R.: Nachtrag :
Metoposaurier (Amphibia) aus dem Unteren Keuper (Obertrias) Thüringens (S. 100-101)


HERRMANN, H.-J.:
Zwei bemerkenswerte Fehlpaarungen bei Anuren im Raum Greifswald (S. 101-102)


HERRMANN, H.-J.:
Über den Fundort von Rana graeca italica DUBOIS 1985 (S. 102-103)


HERRMANN, H.-J.:
Haftzehen bei der terrestrischen Art Dyscopus antongilii GRANDIDIER 1877 ( S. 104)


HERRMANN, H.-J.:
Atmungsaktives Gewebe in der Kloakenregion von aquatilen Gymnophionen (Typhlonectidae)? ( S. 104-105)


HERRMANN, H.-J., UTESHOV, K.:
Abnorme Extremitätenausbildung bei Litora caeruela (SHAW 1790) (S. 105-107)


HERRMANN, H.-J.:
Die Mikrostruktur der dorsalen Epithelwarzen von Bufo terrestris (BONATERRE 1789)


HERRMANN, H.-J.,
Die dorsalen Epithelwarzen von Barbourula busuangensis, TAYLER & NOBLE 1924 (S. 108-111)


MÖHRING, N., GRUNDMANN, U., HERRMANN, H.-J.: Beobachtungen über das Schlafverhalten bei Polypedates dennysii (BLANFORD 1881) und Rhaxophorus schlegeli (GÜNTHER 1859 "1858"), (S. 111-112).




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